Gärten in Beijing 2007

beijing_reiseDie Reise im März 2007 war dicht gepackt, kurz und kräftig. Nachdem ich die Teilnehmer in das ganz zentral gelegene Hotel gebracht hatte, saßen alle vom Flug etwas geschafft in der Lobby und das Erschliessen der kaiserlichen Hauptstadt begann:

Acht Tage lang Paläste, Tempel, Gärten, Berge, Kaisergräber, Straßenleben, Pekingente… erkunden :-))
Im Beihai Park war es der kleine feine Jingxin Garten des Kaisers Qianlong der gleich die volle Atmosphäre bereit hielt.

Chinesische Gärten

Tage später im Xueqin Garten hatten wir etwas mehr Sonne und die Weiden spriessten. Die Fengshui Konzeption des Gartens hat alle beeindruckt und das Klicken der Kameras hatte kein Ende.
mitten in chinas gärten

Im Daguan Garten waren wir dicht an einem wunderschönen Fototermin.
schönes china

Struktur im Chaos

China ist ziemlich groß, deshalb lohnt sich eine grundlegende Einteilung. In China finden wir immer wieder die Himmelsrichtungen als Orientierung. Dies ist auch eine Grundstruktur im chinesischen Denken.
Norden – Süden – Osten – Westen und die Mitte:
karte
Die Chinareisen die ich anbiete, sind nach den Richtungen sortiert:
Norden – Beijing, Shanxi & Hebei
Osten – Shanghai, Suzhou, Hangzhou, Nanjing
Süden – Hongkong, Guangzhou & Guilin
Westen – Sichuan, Yangzi, Tibet & Chengdu
Mitte – Xi´an, Luoyang, Kaifeng und viele weitere kaum bekannte alte Hauptstädte…

Zu den Himmelsrichtungen finden wir viele Analogien. Die fünf Elemente oder Bewegungen, wie Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser sind zugeordnet und auch im kulinarischen Bereich werden gerne die Bereiche des Landes einem Geschmack und einer Kochtradition zugeteilt. Zum Beispiel wird dem Westen in Sichuan die schärfste Küche zugesprochen und der Osten besticht durch viel Fisch und Reis. Auch im praktischen Alltag werden die Richtungen intensiv genutzt. Viele Tempel und Bauanlagen haben auf jeden Fall ein Südtor und oft ein Nordtor, West- und Osttor. Auch die Straßennamen machen zahlreich Gebrauch von den vier Richtungen und der Mitte. Jeder Chinese weiss das und benutzt somit zur Orientierung im Raum diesen einfachen Kompass.

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Hofhaus in Beijing

Die kurze Reise nach Beijing und Shanxi brachte wieder viele authentische Architekturbeispiele zu Tage. Hier stellen ich ein typisches Hof-Wohnhaus in Beijing vor.

Der relativ kleine Wohnhof hat alle typischen Merkmale der Fengshui-Architektur in Nordchina. Ziel der Planung ist ein zentraler Frei-Raum der mit den umliegenden Bauten erzeugt wird. Diese Anordnung erzeugt Intimität für die Bewohner. Der konzeptionelle Ansatz heisst im Fengshui tianjing = Himmel-Brunnen. Wetter, Licht, Luft und Sonnenwärme können so genutzt werden und es entsteht Schutz vor Ausseneinflüssen.

Der bestehende Hof ist Teil einer ehemals größeren Wohnanlage aus der Qing-Kaiserzeit. Struktur und Aufbau lassen sich im Grundriss sehr gut erkennen. Im Süden liegt der Eingang mit der typischen Schattenwand/ yingbi , die den Zugang dosiert und keinen sofortigen Gesamtüberblick auf den Hof zulässt.  So wird der Zuweg bewußt gesteuert. Im Norden liegt das Haupthaus als klarer Schwerpunkt und Lebensmittelpunkt der Bewohner. Die seitlichen Gebäude im Osten und Westen wurden meist von den Nachfahren der Familie bewohnt.

Der äußere L-förmige Bauteil stellt Nutz- und Gasträume zur Verfügung, die in ihrer Anordnung deutlich vom Haupthof abgetrennt sind. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Gestaltung des Übergangs zum Haupthof gewidmet. Dieser Hauptzugang wurde gezielt kompositorisch durchgestaltet.

Eine weitere räumliche Qualität im Grundriss entsteht durch die zurückgesetzten kleineren Räume rechts und links des Haupthauses. Diese Miniatur-Höfe sind der yin-Kontrast zum yang des zentralen Hofs. Hier ist der höchste Grad an Privatheit erreicht und ergänzt so die repräsentative Funktion des großen Hofs.
Heute wird der Hof als Museum für den Peking-Oper Darsteller Mei Lanfang genutzt.

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